PRIEBERNIG, WIND + Partner ZT GmbH · Architekten + Ingenieure

AUVA Klagenfurt


Portfolio
A 9020 Klagenfurt, Waidmannsdorfer Straße 35
AUVA Allgemeine Unfallversicherungsanstalt
www.auva.at
ca. 1.900 m² im EG bis O2 (Büros, Untersuchungs-/Behandlungs-, Labor-, Sanitär- und Schulungsräume, Ärztedienstzimmer) + ca. 1.400 m² im Keller (Garage, Gebäudetechnik, Lager, Garderoben, Sanitärräume)
Generalplanung PWP ZT GmbH & Kastner ZT GmbH 2012 - 2014
Wettbewerb 2013: 1. Preis
Errichtung: 2014 bis 2015
Kosten: 7,3 Mio. nto. (Baukosten: KGR 1 - 6)


Im Erdgeschoß und zwei Obergeschoßen sind Büros und Besprechungsräume der AUVA und des UKH, ein teilbarer Schulungssaal, ein Untersuchungsraum, ein kleines Labor und sechs Ärztedienstzimmer untergebracht. Im Keller wurden Mitarbeitergarderoben, Lager und eine Tiefgarage errichtet.
Die Bruttogeschoßfläche im Erdgeschoß bis 2. Stock misst ca. 1.900 m², im Keller beträgt sie ca. 1.400 m².
Die Gebäudehöhe von 11 bis 12 m und die begrünten Wände reagieren auf die kleinteilige Bebauung im Westen der Waidmannsdorfer Straße und auf die baurechtlich notwendigen Abstände der Firstkanten zu den Grundgrenzen.

Das Flachdach über dem 2. Stock, die Nord-, Nordwest- und Südfassaden und die hofseitige Garagendecke sind extensiv und intensiv begrünt. Gegen die Bodenerosion beim Landean- und -abflug des Rettungshubschraubers wurden die Steilfassaden als Grünwand aus Aluminiumwannen im Abstand von ca. 50 cm, gefüllt mit 10 cm Erde, geschützt durch eine Krallmatte, mit Sedumpflanzen, Moosen und alpinen Gräsern, die mit einer Tröpfchenbewässerung mit Wasser versorgt werden, errichtet. Die neue Grünwand ist eigens für dieses Gebäude konstruiert worden. Die abgewickelte Grünfläche (Vorgarten, Grünfassaden und Grünflachdach) ist größer als die Grundstücksfläche – als die ursprüngliche Grünfläche vor der Bebauung des Grundstücks. Die Garage ist natürlich über die drei Baumscheiben-Oberlichten und das Garagen-Lamellentor be- und entlüftet.

Das neue Gebäude wird mit der Energie der Erde, die über 19, ca. 140 m tiefe, wasserführende Sonden (Tiefenbohrungen) gewonnen und in einer Wärmepumpe umformt wird, beheizt und passiv gekühlt – mit wasserführenden Rohren in den Stahlbetondecken (Betonkernaktivierung). Radiatoren decken die Spitzenheizlast ab. Der Schulungssaal im Erdgeschoß wird mit einer Fußbodenheizung beheizt, über die Deckenbauteilaktivierung gekühlt und zusätzlich mechanisch be- und entlüftet (mit Wärmerückgewinnung mit einem Rotationstauscher).
Die Büros, Besprechungsräume und Ärztedienstzimmer sind über die öffenbaren Fenster natürlich be- und entlüftet.

Die Fassaden bestehen aus 18 cm Stahlbeton, 20 cm Mineralwolledämmung (kein EPS!) und einer eloxierten Aluminium-Steckmetallverkleidung. Die Aluminium-Verbundfenster aus 3-Scheiben-Isolierglas (innen), Zwischenscheiben-Jalousien mit E-Motoren und 1-fach-Glas (außen) sind öffenbar. Die Steuerung der Jalousiemotoren und die Schaltung der Beleuchtungsanlagen erfolgt mittels „Bussystem“. Über diesen EIB wurden neben der raumweisen Steuerung der Jalousien und Lichtanlage weitere übergeordnete Zentralbefehle (Jalousien-Gruppen, Temperatur-, Licht- und Lichtstärkenimpulse) umgesetzt, um den Energiebedarf zu reduzieren. Gegen den sommerlichen Energieeintrag fahren die Jalousien an den Arbeitsrandzeiten und Wochenenden nach unten und blenden die direkte Sonnenbestrahlung aus.